ANSI-Modus

Mailboxen heute

Mailboxen sind nicht verschwunden. Statt per Modem ruft man sie heute meist per Telnet oder SSH über das Internet an. Die Bildschirme, Menüs und Spiele sind dieselben wie damals, oft läuft sogar noch dieselbe Software. Mehrere Hundert Boxen sind weltweit erreichbar, viele davon rund um die Uhr.

Eine Mailbox anrufen

Für Telnet-Mailboxen braucht man ein Terminalprogramm, das den PC-Zeichensatz und ANSI-Farben beherrscht. Ein normales Telnet-Programm stellt die Bildschirme meist falsch dar.

  • SyncTERM ist das bekannteste Terminalprogramm für Mailboxen. Es läuft unter Windows, macOS und Linux, bringt die passenden Schriften mit und kann ZMODEM-Übertragungen.
  • NetRunner ist eine weitere Wahl, ebenfalls für mehrere Systeme.

Listen mit erreichbaren Boxen gibt es zum Beispiel im Telnet BBS Guide, der monatlich aktualisiert wird und auch Boxen aus dem deutschsprachigen Raum enthält.

Alte Rechner ans Netz

Wer seinen alten PC, Amiga oder C64 wieder Mailboxen anrufen lassen möchte, kann ein WiFi-Modem verwenden. Es wird wie ein Modem an die serielle Schnittstelle angeschlossen, versteht AT-Befehle und baut die Verbindung über WLAN als Telnet-Verbindung auf. Statt einer Telefonnummer wählt man eine Internetadresse. Viele dieser Geräte basieren auf der freien Firmware Zimodem.

Damit funktionieren auch die alten Terminalprogramme wie Telix oder Terminate wieder, mit echtem Modem-Gefühl. Mehr zu den Programmen von damals unter Mailbox-Software der 90er.

Netze heute

FidoNet ist weiterhin aktiv. Die Boxen tauschen ihre Nachrichten heute über das Internet aus, meist mit dem Protokoll binkp. Daneben gibt es Hobby-Netze, die die FidoNet-Technik nutzen und gezielt neue Boxen aufnehmen, etwa fsxNet. Mehr zur Technik unter FidoNet, Z-Netz und Co..

Selbst eine Mailbox betreiben

Wer selbst Sysop werden möchte, hat heute mehrere Wege:

WegWas man brauchtPassend für
Klassische Software wie Synchronet, Mystic oder ENiGMA½eigener Server oder Rechner, der rund um die Uhr läuft, Telnet- oder SSH-Zugangvolle Kontrolle, Teilnahme an FidoNet, Telnet-Anrufer
DOS-Mailbox in EmulationRechner mit DOSBox oder virtueller Maschineoriginalgetreues Erlebnis mit der Software von damals
WebCarrier BBSnormaler Webspace mit PHPMailbox im Browser ohne eigenen Server

Klassische Software bietet den echten Telnet-Zugang und die Anbindung an Netze, setzt aber einen eigenen Server und etwas Erfahrung mit Netzwerken voraus.

WebCarrier BBS geht einen anderen Weg: Die Mailbox läuft als ganz normale Website auf einem PHP-Webspace. Anrufer nutzen keinen Telnet-Client, sondern ein Terminal im Browser mit VGA-Zeichensatz, ANSI-Farben und Wählton. Dafür gibt es kein Telnet und kein FidoNet. Was genau es kann und was nicht, steht auf der Startseite.

Häufige Fragen

Gibt es noch Mailboxen, die man per Modem anrufen kann?

Ja, einige wenige. Die meisten Boxen sind heute aber nur noch per Telnet oder SSH erreichbar. Mit einem WiFi-Modem lässt sich ein alter Rechner trotzdem wie früher per AT-Befehl verbinden.

Welches Programm brauche ich, um eine Telnet-BBS anzurufen?

Am besten SyncTERM. Es ist kostenlos, läuft auf allen gängigen Systemen und stellt ANSI-Bildschirme richtig dar.

Eine Mailbox zu betreiben ist erlaubt. In Deutschland braucht ein öffentlich erreichbares Angebot je nach Ausrichtung ein Impressum und eine Datenschutzerklärung. Bei Fragen dazu hilft eine rechtliche Beratung.

Stand: Oktober 2026