Mailbox-Glossar
Die wichtigsten Begriffe aus der Mailbox-Zeit, kurz erklärt. Ausführlicher geht es in den Themen der Übersicht.
A bis D
Akustikkoppler
Gerät, in das man den Telefonhörer legte, um Daten als Töne zu übertragen. Ohne elektrische Verbindung zum Telefonnetz. Mehr unter So lief ein Anruf ab.
ANSI
Steuerbefehle für Farben und Cursorbewegung auf Textbildschirmen. Grundlage für farbige Mailbox-Bildschirme und ANSI-Art.
Artpack
Archiv mit den neuesten ANSI-Bildern einer Art-Gruppe, regelmäßig über Mailboxen verteilt.
AT-Befehle
Befehlssprache für Modems, eingeführt von Hayes. Jeder Befehl beginnt mit AT, etwa ATDT zum Wählen oder ATH zum Auflegen.
Baud
Signalwechsel pro Sekunde auf der Leitung. Umgangssprachlich als Maß für die Geschwindigkeit eines Modems benutzt, obwohl bit/s genauer ist.
BBS
Bulletin Board System, englisch für Mailbox.
Brett
Deutsches Wort für einen öffentlichen Nachrichtenbereich zu einem Thema.
Carrier
Trägersignal zwischen zwei Modems. Solange es besteht, ist die Verbindung aktiv. NO CARRIER heißt, dass sie beendet ist.
Door
Externes Programm, meist ein Spiel, das die Mailbox für einen Anrufer startet. Mehr unter Door-Spiele.
Downloadlimit
Höchstmenge an Daten, die ein Anrufer pro Tag herunterladen darf.
Dropfile
Textdatei mit Angaben zum Anrufer, die die Mailbox beim Start einer Door schreibt. Bekannte Formate sind DOOR.SYS und DORINFO1.DEF.
E bis L
Echo
Öffentlicher Nachrichtenbereich im FidoNet, der zwischen vielen Mailboxen ausgetauscht wird.
Echomail
Sammelbegriff für die Nachrichten in den Echos. Gegenstück zur Netmail.
FidoNet
Weltweites Mailbox-Netz, entstanden 1984. Mehr unter FidoNet, Z-Netz und Co..
FILE_ID.DIZ
Textdatei innerhalb eines Archivs mit einer Beschreibung des Inhalts. Die Mailbox liest sie beim Upload aus.
FOSSIL
Treiber, der Doors und Mailboxen eine einheitliche Schnittstelle zum Modem bietet.
FTZ-Nummer
Zulassungsnummer des Fernmeldetechnischen Zentralamts der Bundespost. Nur Geräte mit dieser Nummer durften in Deutschland ans Telefonnetz.
Handle
Spitzname, unter dem man in einer Mailbox auftrat. In manchen Boxen war der echte Name Pflicht, in anderen ein Handle üblich.
Leitung
Ein Telefonanschluss der Mailbox. Jede Leitung erlaubte einen Anrufer zur selben Zeit.
Level
Zugriffsstufe eines Anrufers. Sie bestimmte, welche Bereiche er sehen durfte und wie viel Zeit er hatte.
M bis R
Mailer
Programm, das Anrufe annimmt, Mailboxen von Menschen unterscheidet und Nachrichtenpakete mit anderen Boxen austauscht.
Netmail
Private Nachricht im FidoNet von einer Adresse an eine andere.
Node
Eine Mailbox als Teil eines Netzes, im FidoNet mit eigener Adresse. Auch: eine einzelne Leitung einer Mailbox mit mehreren Leitungen.
Nodeliste
Verzeichnis aller Mailboxen eines Netzes mit Adressen und Telefonnummern, regelmäßig aktualisiert.
Offline-Reader
Programm, mit dem man Nachrichten herunterlädt, ohne Verbindung liest und beantwortet. Spart Telefonkosten.
Oneliner
Kurze Nachricht in einer Zeile, die alle Anrufer beim Einloggen sehen.
Point
Teilnehmer im FidoNet, der über eine Mailbox angebunden ist und Nachrichten nur abholt und abgibt.
QWK
Verbreitetes Format für Nachrichtenpakete, die man mit einem Offline-Reader liest.
Ratio
Verhältnis zwischen hochgeladenen und heruntergeladenen Dateien. Wer zu wenig hochlud, durfte nichts mehr herunterladen.
Rundruf
Nachricht des Sysops an alle Anrufer, die gerade online sind.
S bis Z
SAUCE
Zusatzangaben am Ende einer ANSI-Datei mit Titel, Künstler und Datum.
Shareware
Software, die man kostenlos ausprobieren und weitergeben durfte. Wer sie behielt, sollte sich registrieren und bezahlen.
Sysop
System Operator, Betreiber einer Mailbox.
Sysop rufen
Funktion, mit der ein Anrufer den Sysop zum Chat ruft. Am Rechner der Mailbox piepte es dann.
Terminalprogramm
Programm auf der Seite des Anrufers, das das Modem steuert, Bildschirme anzeigt und Dateien überträgt.
Tosser
Programm, das eingehende Nachrichtenpakete auspackt und auf die Bereiche einer Mailbox verteilt.
Upload
Datei, die ein Anrufer in die Mailbox hochlädt.
Z-Netz
Deutsches Mailbox-Netz auf Basis der Software Zerberus.
Zeitlimit
Höchstdauer, die ein Anrufer pro Tag in der Mailbox verbringen durfte.
ZMODEM
Übertragungsprotokoll von 1986, das abgebrochene Downloads fortsetzen konnte und zum Standard wurde.
Zone Mail Hour
Feste Stunde, in der alle FidoNet-Mailboxen einer Zone für den Nachrichtenaustausch erreichbar sein mussten.
Stand: Oktober 2026
